FILL IN THE BLANKS

 

Eine Ausstellung über Leerstand in Leerstand. Salzburg 2016.
RAUM_Projektionen & Installation.

 

Fill in the Blanks : Handlungs_RAEUME 1.0 gliedert sich in eine Ausstellungsreihe in Leerständen der Stadt Salzburg und weiteren vorwiegend europäischen Städten.

Das Thema Leerstand und dessen Potenzial als kultureller Frei- und Handlungsraum werden mittels Projektionen & Installationen beleuchtet und zugänglich gemacht.

In der ersten Edition im Juni 2016 wurde mittels Multimedia-Projektionen in der Rauchmühle in Salzburg-Lehen, im Rahmen des Interlab Festivals, ein Raum- und Projektionskonzept entwickelt, das in-situ die Räumlichkeiten der leer stehenden Mühle bespielt.

Der Begriff Leerstand evoziert ein historisch besetztes und ökonomisch-gesellschaftlich geschaffenes Konstrukt. Im Rahmen der Ausstellung sollen Fragen diskutiert werden über jene ökonomischen Verhältnisse und Überlegungen, die Räume letztlich zu Leerständen MACHEN, sowie über Möglichkeiten der temporären Nutzbarmachung; im Zentrum steht aber vor allem die Leerstelle als Handlungsspielraum, als Handlungsfeld, als Denkraum.

 

1_ GROSSRAUM_PROJEKTION | Poetisch aufgeladene Aufnahmen der leerstehenden Räumlichkeiten der Rauchmühle, die der Öffentlichkeit verschlossen sind, werden mittels Bildbearbeitung und VVVV-Programmierung mit sich bewegenden weißen Kacheln versehen und bespielen großflächig die Wände des ehemaligen Mühlwerkes. Weiße Felder wandern über die projezierten Aufnahmen und Wände, öffnen bzw. verschließen den Blick in den Bildraum und den dahinter liegenden rohen Sichtbeton.

„Blanks“ im Bildraum fordern uns und unsere Sehgewohnheiten heraus. Der Blick gleitet über die Bildfläche und wird immer wieder unterbrochen. Die LEER_Stellen irritieren unser Bedürfnis nach Vollständigkeit und fungieren als Störfaktoren, sie fordern von uns, die Lücken in unserer Vorstellungskraft zu schließen. Sie sind Risse, Brüche -Oberflächenerscheinungen- in unseren räumlichen Denkkategorien. Ein Spiel mit dem Bild im Bild.

 

2_ VIDEO_INSTALLATION | Bilder von leeren Räumen und Korridoren muten an wie Liveschaltungen zu Überwachungskameras. Im Staccato wechseln einzelne Bilder und machen die Betrachter.innen zu LIVE.Voyeur.innen & Eindringlingen in die unzugänglichen Sektoren des Areals. Was im Augenblick des Betrachtens passiert, OB etwas passiert und ob das scheinbare Standbild zum Schauplatz und die BetrachterInnen zu ZeugInnen von Geschehnissen werden, bleibt dem Eigenleben des Leerstandes und dem Zufall überlassen.

 

VVVV Programming: Jan Schuster

Tech Support: Martin Keindl

  Photo Credit: Harald Gaukel  Transmedia projection. Salzburg. 2016. 5x16m   6-channel-video projection. Salzburg. 2016. 4x2m.